Kleiderschrank ausmisten: Schritt für Schritt zu einem Schrank, der passt
Ein voller Schrank und trotzdem nichts zum Anziehen? So mistest du deinen Kleiderschrank systematisch aus, entscheidest leichter und behältst nur, was du wirklich trägst.

Inhalt dieses Ratgebers
Viele Menschen tragen einen Großteil der Zeit dieselben Lieblingsteile, während der Rest im Schrank hängt. Das Ergebnis kennt fast jeder: ein voller Schrank, in dem man trotzdem nichts zum Anziehen findet. Ausmisten löst das Problem, weil du danach siehst, was du wirklich hast.
Vorbereitung
Plane für einen durchschnittlichen Kleiderschrank zwei bis vier Stunden ein, oder teile ihn auf mehrere Abende auf. Lege bereit:
- Säcke oder Kisten für „Behalten“, „Spenden oder Verkaufen“, „Reparieren“ und „Entsorgen“
- einen Spiegel in der Nähe
- gutes Licht, idealerweise Tageslicht
Die Methode: Nach Kategorien statt nach Fächern
Statt Fach für Fach vorzugehen, sammelst du alle Teile einer Kategorie aus der ganzen Wohnung: alle Hosen, dann alle Oberteile, dann alle Pullover. So siehst du die Gesamtmenge, und es fällt viel leichter zu entscheiden, welche fünf Jeans von zwölf die besten sind.
Eine bewährte Reihenfolge:
- Oberteile und T-Shirts
- Hosen und Röcke
- Pullover und Strickjacken
- Kleider und Anzüge
- Jacken und Mäntel
- Sportkleidung
- Unterwäsche, Socken, Strumpfhosen
- Schuhe, Taschen und Accessoires (siehe Schuhe und Taschen ordnen)
Die Entscheidungsfragen für Kleidung
Nimm jedes Teil in die Hand und frage dich:
- Habe ich es im letzten Jahr getragen? Ein ganzes Jahr deckt alle Jahreszeiten ab.
- Passt es mir jetzt? Nicht in fünf Kilo, nicht nach dem nächsten Urlaub. Jetzt.
- Fühle ich mich darin wohl? Kratzt es, zwickt es, sitzt es schief?
- Ist es in gutem Zustand? Pilling, Flecken, ausgeleierte Bündchen, verblichene Farben.
- Passt es zu mindestens zwei anderen Teilen? Ein Einzelstück, das zu nichts passt, wird selten getragen.
Weitere Fragen findest du im Ratgeber Behalten oder weg?.
Tipp: Bei Teilen, die du lange nicht getragen hast, aber nicht weggeben magst: Dreh den Bügel um. Trägst du das Teil, hängst du es richtig herum zurück. Nach sechs Monaten siehst du, was du wirklich nicht getragen hast.
Der Sonderfall „Passt nicht mehr“
Kleidung in einer anderen Größe ist ein heikles Thema. Wenn dein Gewicht schwankt, darfst du einige Lieblingsteile in einer anderen Größe behalten. Lagere sie aber nicht im Alltagsschrank, sondern in einer beschrifteten Kiste. Im Schrank erinnern sie dich jeden Tag an etwas, das gerade nicht passt.
Reparieren oder weg?
Ein fehlender Knopf oder ein offener Saum ist schnell gerichtet, und eine Änderungsschneiderei kann Hosen kürzen oder Reißverschlüsse tauschen. Lege eine Reparatur-Kiste an und gib dir eine Frist von zwei bis vier Wochen. Was bis dahin nicht repariert ist, wird auch später nicht repariert.
Wohin mit der aussortierten Kleidung?
- Gut erhaltene Markenkleidung lässt sich auf Second-Hand-Plattformen oder in Second-Hand-Läden verkaufen.
- Tragbare Kleidung kannst du an Kleiderkammern, Sozialkaufhäuser oder seriöse Altkleidersammlungen spenden.
- Kaputte und verschmutzte Textilien gehören in den Restmüll, sofern deine Gemeinde keine eigene Sammlung dafür hat.
Mehr dazu im Ratgeber Verkaufen, spenden, verschenken.
Wieder einräumen
Jetzt kommt der schöne Teil. Ordne die verbliebenen Teile so, dass du sie schnell findest:
- Nach Kategorie, dann nach Farbe: alle Hemden zusammen, darin von hell nach dunkel.
- Häufig Getragenes in Griffhöhe, Festkleidung und Saisonfremdes oben oder hinten.
- Gleiche Bügel sehen ordentlicher aus und sparen Platz. Dünne, rutschfeste Bügel sind besonders platzsparend.
- Falten statt Stapeln: T-Shirts und Pullover senkrecht gefaltet in Schubladen, damit du alles sofort siehst. Wie das geht, steht im Ratgeber Kleidung platzsparend falten.
Kleidung der anderen Jahreszeit lagerst du am besten getrennt. Das erklärt der Ratgeber Saisonwechsel.
Häufige Fragen
Wie viele Kleidungsstücke sind normal?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Entscheidend ist, dass dein Schrank nicht überfüllt ist, du alles siehst und du das meiste tatsächlich trägst. Wer es reduzierter mag, findet im Ratgeber Capsule Wardrobe eine Anleitung.
Wie oft sollte ich den Kleiderschrank ausmisten?
Nach dem ersten gründlichen Durchgang reicht es meist, beim Saisonwechsel zwei Mal im Jahr kurz durchzugehen. Beim Umräumen fällt sofort auf, was du in der letzten Saison nicht getragen hast.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Beachte bei Reinigungs- und Pflegemitteln immer die Hinweise auf der Verpackung. Regeln zu Fristen, Entsorgung und Behörden unterscheiden sich zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz und teilweise auch zwischen Gemeinden.
