Ordnungsfibel
Aufräumen & Ausmisten

Verkaufen, spenden, verschenken: Wohin mit aussortierten Dingen?

Aussortiert ist erst der halbe Weg. Was sich zu verkaufen lohnt, wo du Kleidung, Möbel und Bücher sinnvoll spenden kannst und wie du alles schnell aus der Wohnung bekommst.

Lesezeit ca. 3 MinutenGeprüft: Oktober 2026Für AT, DE und CH
Heller Raum mit sortierten Kleiderstapeln und Kisten auf dem Boden
Symbolbild
Inhalt dieses Ratgebers
  1. Die Grundregel: Zeit ist auch etwas wert
  2. Was sich gut verkaufen lässt
  3. Was sich gut spenden lässt
  4. Verschenken: schnell und unkompliziert
  5. Was nicht in die Spende gehört
  6. So kommt alles wirklich aus dem Haus
  7. Häufige Fragen

Nach dem Ausmisten stehen die Kisten im Flur, und genau hier versanden viele gute Vorsätze. Wochenlang blockieren die Säcke den Weg, bis manches zurück in den Schrank wandert. Damit das nicht passiert, brauchst du einen Plan, was wohin geht, und eine Frist.

Die Grundregel: Zeit ist auch etwas wert

Verkaufen bringt Geld, kostet aber Zeit: Fotos machen, beschreiben, Fragen beantworten, Termine ausmachen, verschicken. Bei vielen Dingen ist der Erlös kleiner als der Aufwand. Eine einfache Faustregel hilft:

Geschätzter Wert Empfehlung
unter 15 bis 20 Euro verschenken oder spenden
20 bis 100 Euro verkaufen, wenn es gefragt ist, sonst verschenken
über 100 Euro verkaufen lohnt sich meist

Lege zusätzlich eine Frist fest, etwa vier Wochen. Was bis dahin nicht verkauft ist, wird verschenkt oder gespendet.

Was sich gut verkaufen lässt

  • Markenelektronik wie Smartphones, Tablets, Spielekonsolen und Kameras, idealerweise mit Zubehör und Originalverpackung.
  • Hochwertige Möbel von bekannten Herstellern oder Designklassiker.
  • Kinderausstattung wie Kinderwagen, Autositze (nur unfallfrei und mit Angabe des Alters), Hochstühle und Spielzeug in gutem Zustand.
  • Sport- und Outdoorausrüstung wie Fahrräder, Ski und Zelte.
  • Werkzeug und Gartengeräte bekannter Marken.

Für den Verkauf eignen sich Online-Kleinanzeigen, Second-Hand-Plattformen für Kleidung sowie Flohmärkte. Gute Fotos bei Tageslicht, ehrliche Angaben zu Mängeln und ein realistischer Preis beschleunigen den Verkauf erheblich.

Tipp: Schau vor dem Einstellen nach, zu welchen Preisen vergleichbare Artikel tatsächlich verkauft wurden, nicht nur angeboten. Die Angebotspreise liegen oft deutlich darüber.

Was sich gut spenden lässt

Kleidung: Saubere, tragbare Kleidung kannst du an Kleiderkammern, Sozialkaufhäuser und Second-Hand-Läden gemeinnütziger Organisationen geben oder in Altkleidercontainer werfen. Achte bei Containern darauf, wer sie betreibt. Seriöse Sammler geben sich klar zu erkennen. In Altkleidercontainer gehört nur Brauchbares. Kaputte oder stark verschmutzte Textilien gehören nach Angaben des deutschen Bundesumweltministeriums weiterhin in den Restmüll, sofern es vor Ort keine eigene Sammlung dafür gibt.

Möbel und Hausrat: Viele Sozialkaufhäuser holen gut erhaltene Möbel ab. Ruf vorher an, denn nicht alles wird angenommen, und oft gibt es Wartezeiten.

Bücher: Öffentliche Bücherschränke, Bibliotheken (nach Rücksprache), Schulen, Seniorenheime und Second-Hand-Buchläden. Veraltete Fachbücher, Lexika und stark beschädigte Bücher nimmt kaum jemand. Sie gehören ins Altpapier.

Spielzeug: Kindergärten, Familienzentren und Frauenhäuser freuen sich oft über vollständiges, sauberes Spielzeug. Frag vorher, was gebraucht wird.

Bettwäsche und Handtücher: Tierheime nehmen häufig alte Decken und Handtücher. Auch hier lohnt sich ein kurzer Anruf.

Verschenken: schnell und unkompliziert

Für vieles ist Verschenken der einfachste Weg. Möglich sind Verschenk-Gruppen in der Nachbarschaft, Kleinanzeigen in der Kategorie „Zu verschenken“, eine Kiste mit dem Hinweis „Zum Mitnehmen“ vor dem Haus (nur dort, wo das erlaubt ist, und nur bei trockenem Wetter) sowie Tauschbörsen und Repair-Cafés.

Verschenkte Dinge sind oft innerhalb weniger Stunden abgeholt. Lege eine klare Abholzeit fest, damit du nicht tagelang auf Interessenten wartest.

Was nicht in die Spende gehört

Kaputte Elektrogeräte, abgelaufene Kosmetik und Medikamente, Kinderautositze mit unbekannter Vorgeschichte, verschmutzte Matratzen und Unterwäsche gehören nicht in die Spende. Für Elektrogeräte, Batterien, Medikamente und Problemstoffe gibt es eigene Wege, die der Ratgeber Richtig entsorgen erklärt.

So kommt alles wirklich aus dem Haus

  1. Sofort ins Auto: Spendensäcke gehören in den Kofferraum, nicht in den Flur. Beim nächsten Einkauf fährst du am Sozialkaufhaus vorbei.
  2. Termin eintragen: Schreibe dir den Weg zur Sammelstelle in den Kalender wie einen Arzttermin.
  3. Verkaufsliste mit Datum: Notiere, was du verkaufen willst und bis wann. Danach greift Plan B.
  4. Abholung nutzen: Für große Mengen lohnen sich Abholdienste von Sozialkaufhäusern oder die Sperrmüllabholung deiner Gemeinde.

Häufige Fragen

Kann ich Spenden von der Steuer absetzen?

Sachspenden an gemeinnützige Organisationen können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden. Die Regeln unterscheiden sich in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Frag bei der Organisation nach einer Spendenbestätigung und kläre die Details mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung.

Wohin mit kaputter Kleidung?

Kaputte und stark verschmutzte Textilien gehören in der Regel in den Restmüll, wenn deine Gemeinde keine eigene Sammlung dafür anbietet. Manche Sammelstellen nehmen auch Stoffreste zum Recycling, erkundige dich bei deiner Abfallberatung.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Beachte bei Reinigungs- und Pflegemitteln immer die Hinweise auf der Verpackung. Regeln zu Fristen, Entsorgung und Behörden unterscheiden sich zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz und teilweise auch zwischen Gemeinden.