Saisonwechsel: Kleidung richtig einlagern
Wintermäntel im Sommer, Sommerkleider im Winter: So lagerst du Kleidung der anderen Jahreszeit sauber, mottensicher und platzsparend ein.

Inhalt dieses Ratgebers
Zwei Mal im Jahr steht ein kleines Projekt an: Die Kleidung der vergangenen Saison wird verstaut, die der kommenden geholt. Wer das richtig macht, hat mehr Platz im Schrank, schützt seine Kleidung vor Motten und Feuchtigkeit und kann gleich nebenbei ausmisten.
Der richtige Zeitpunkt
In Mitteleuropa bieten sich meist das Frühjahr (April bis Mai) und der Herbst (Oktober) an. Warte, bis sich das Wetter stabilisiert hat, und behalte ein paar Übergangsteile griffbereit. Ein warmer Pullover und eine leichte Jacke sollten auch im Sommer im Schrank bleiben.
Schritt 1: Aussortieren beim Einpacken
Der Saisonwechsel ist der beste Moment zum Ausmisten, weil du gerade eine ganze Saison erlebt hast. Frage bei jedem Teil: Habe ich es in dieser Saison getragen? Wenn nicht, wird sich das in der nächsten wahrscheinlich nicht ändern. Mehr dazu im Ratgeber Kleiderschrank ausmisten.
Schritt 2: Nur Sauberes einlagern
Das ist die wichtigste Regel. Wasche oder reinige alles, bevor du es einlagerst, auch wenn es kaum getragen aussieht. Unsichtbare Schweiß-, Haut- und Essensreste ziehen Motten an und können über Monate zu dauerhaften Flecken werden. Achte darauf, dass alles vollständig trocken ist, bevor es in eine Box kommt.
Schritt 3: Reparieren
Fehlende Knöpfe, offene Nähte oder ein klemmender Reißverschluss werden jetzt gerichtet. Sonst entdeckst du das Problem erst, wenn du das Teil im Herbst dringend brauchst.
Schritt 4: Richtig verpacken
| Kleidung | Beste Aufbewahrung |
|---|---|
| Wollpullover, Strick | gefaltet in atmungsaktiven Boxen oder Stoffbeuteln, nicht aufgehängt |
| Wintermäntel | auf breiten, stabilen Bügeln in Kleidersäcken aus Stoff |
| Sommerkleidung aus Baumwolle und Leinen | gefaltet in Boxen oder Vakuumbeuteln |
| Daunenjacken | locker gelagert, nicht dauerhaft stark komprimiert |
| Schuhe | gereinigt, mit Papier ausgestopft, in Boxen |
Tipp: Vakuumbeutel sparen viel Platz, eignen sich aber vor allem für robuste Textilien wie Bettdecken, Baumwolle und Synthetik. Wolle, Daunen und Naturfasern lagerst du besser luftig, weil sie sonst Volumen und Form verlieren können.
Motten vorbeugen
Kleidermotten mögen tierische Fasern wie Wolle, Kaschmir, Seide und Pelz, besonders wenn sie nicht sauber sind. So schützt du deine Kleidung:
- Nur saubere Kleidung einlagern.
- In geschlossenen Boxen oder Beuteln aufbewahren.
- Zedernholz oder Lavendelsäckchen können einen gewissen abschreckenden Effekt haben, ersetzen aber keine saubere, dichte Lagerung. Ihr Duft verfliegt mit der Zeit.
- Die eingelagerte Kleidung zwischendurch einmal kontrollieren.
Bei einem Mottenbefall hilft es, befallene Kleidung zu waschen, so heiß es das Pflegeetikett erlaubt, oder sie für einige Tage einzufrieren. Den Schrank gründlich aussaugen. Pheromonfallen helfen beim Erkennen.
Schritt 5: Der richtige Lagerort
Gut geeignet sind trockene, dunkle und nicht zu warme Orte: oben im Kleiderschrank, unter dem Bett, im Abstellraum. Ungünstig sind feuchte Keller und heiße Dachböden. Falls du nur einen Keller hast, lagere die Kleidung in dicht schließenden Kunststoffboxen und kontrolliere regelmäßig auf Feuchtigkeit. Mehr dazu im Ratgeber Keller und Dachboden ordnen.
Schritt 6: Beschriften
Schreibe auf jede Box, was drin ist, für wen und welche Saison. Bei Kinderkleidung zusätzlich die Größe. Ein kurzes Inhaltsverzeichnis auf der Box spart im Herbst langes Suchen.
Die neue Saison einräumen
Beim Auspacken lohnt ein zweiter kurzer Check: Passt noch alles? Gefällt mir das Teil noch? Lüfte die Kleidung einige Stunden, bevor du sie in den Schrank hängst. Leichte Knitterfalten verschwinden oft, wenn du die Kleidung beim Duschen ins Bad hängst.
Häufige Fragen
Sollte ich Kleidung in Plastiktüten lagern?
Normale Plastiktüten sind ungünstig, weil sich Feuchtigkeit darin sammeln kann und Stockflecken entstehen. Besser sind Stoffbeutel, atmungsaktive Boxen oder stabile Kunststoffboxen in trockenen Räumen.
Muss ich wirklich alles waschen, auch wenn es sauber aussieht?
Ja, vor allem bei Wolle und Kleidung, die direkt auf der Haut getragen wurde. Motten werden von Rückständen angezogen, die du nicht siehst.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Beachte bei Reinigungs- und Pflegemitteln immer die Hinweise auf der Verpackung. Regeln zu Fristen, Entsorgung und Behörden unterscheiden sich zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz und teilweise auch zwischen Gemeinden.
