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Schimmel vorbeugen: Richtig lüften und heizen

Schimmel entsteht, wenn Feuchtigkeit nicht abziehen kann. Wie du richtig lüftest, welche Luftfeuchtigkeit ideal ist und wann du bei Schimmel Hilfe brauchst.

Lesezeit ca. 4 MinutenGeprüft: Oktober 2026Für AT, DE und CH
Sauberes Badezimmer mit Holz-Waschtisch und Handtüchern
Symbolbild
Inhalt dieses Ratgebers
  1. Woher die Feuchtigkeit kommt
  2. Die ideale Luftfeuchtigkeit
  3. Richtig lüften
  4. Richtig heizen
  5. Möbel richtig stellen
  6. Wäsche in der Wohnung trocknen
  7. Wenn Schimmel schon da ist
  8. Häufige Fragen

Schimmel in der Wohnung ist unangenehm, kann gesundheitliche Beschwerden verursachen und Bauschäden anrichten. In den meisten Fällen entsteht er, weil zu viel Feuchtigkeit in der Raumluft ist und sich an kalten Stellen niederschlägt. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Lüften und Heizen lässt sich Schimmel in vielen Fällen vermeiden.

Woher die Feuchtigkeit kommt

Jeder Haushalt produziert täglich viel Feuchtigkeit: durch Atmen, Duschen, Kochen, Wäschetrocknen und Pflanzen. Diese Feuchtigkeit muss regelmäßig hinaus. Wenn sie in der Wohnung bleibt, schlägt sie sich an kühlen Oberflächen nieder, etwa an Außenwänden, Fensterlaibungen und in Ecken hinter Möbeln.

Die ideale Luftfeuchtigkeit

Das Umweltbundesamt empfiehlt eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent. Steigt sie dauerhaft über 60 Prozent, solltest du häufiger lüften. Ein einfaches Hygrometer für wenige Euro zeigt dir, wie feucht die Luft in deinen Räumen ist.

Richtig lüften

Stoßlüften statt Kippen: Öffne die Fenster für einige Minuten weit, statt sie dauerhaft gekippt zu lassen. Gekippte Fenster tauschen wenig Luft aus, kühlen aber die Wände um das Fenster aus, was Schimmel sogar begünstigen kann. Das Umweltbundesamt rät davon ab, Fenster über längere Zeit gekippt zu lassen, weil das außerdem die Heizkosten deutlich erhöht.

Wie oft und wie lange? Die Empfehlungen des Umweltbundesamts lauten im Überblick:

Situation Empfehlung
Kalte Jahreszeit je nach Temperatur und Wind zwei bis drei Mal täglich etwa fünf Minuten pro Raum stoßlüften
Schlafzimmer vor dem Schlafengehen und morgens nach dem Aufstehen fünf bis zehn Minuten lüften
Bad während und nach dem Duschen Fenster fünf bis zehn Minuten weit öffnen
Küche während und nach dem Kochen Fenster fünf bis zehn Minuten weit öffnen
Warme Jahreszeit meist 10 bis 20 Minuten je Lüftung

Querlüften: Wenn du gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnest, wird die Luft besonders schnell ausgetauscht.

Tipp: Lüfte im Winter auch bei Regen oder Nebel. Kalte Außenluft kann physikalisch nur wenig Wasser aufnehmen. Wird sie in der Wohnung erwärmt, sinkt ihre relative Feuchte, und sie kann wieder Feuchtigkeit aufnehmen.

Richtig heizen

Kühle Räume sind anfälliger für Schimmel, weil sich die Feuchtigkeit an kalten Wänden niederschlägt. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Wohnräume nicht dauerhaft unter etwa 19 bis 20 °C abkühlen zu lassen, und rät, bei einer Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent mehr zu lüften. Auch Schlafzimmer sollten nicht völlig auskühlen. Halte die Türen zwischen warmen und kühlen Räumen geschlossen, damit warme, feuchte Luft nicht in kühle Räume zieht.

Möbel richtig stellen

Große Möbel wie Schränke und Sofas solltest du mit einigen Zentimetern Abstand zur Außenwand aufstellen, damit Luft zirkulieren kann. Hinter dicht an die Wand gestellten Möbeln bilden sich sonst kühle, feuchte Zonen. Auch Vorhänge, die die Heizkörper verdecken, behindern die Wärmeverteilung.

Wäsche in der Wohnung trocknen

Wäschetrocknen in der Wohnung bringt viel Feuchtigkeit in die Luft. Wenn du keine Alternative hast, trockne die Wäsche in einem gut beheizten Raum, lüfte häufiger und schließe die Tür zu anderen Räumen. Ein Hygrometer zeigt dir, ob die Feuchtigkeit im Rahmen bleibt.

Wenn Schimmel schon da ist

Kleine Stellen, etwa in einer Silikonfuge, kannst du mit geeigneten Mitteln selbst entfernen. Trage dabei Handschuhe und eine Maske, lüfte gut und verwende keine Chlorreiniger zusammen mit anderen Mitteln (siehe Putzmittel nie mischen).

Bei größeren Flächen, bei wiederkehrendem Befall oder bei Schimmel an Wänden in Mietwohnungen solltest du:

  • Die Ursache klären: Liegt es am Lüftungsverhalten, an einem Baumangel oder an einem Wasserschaden?
  • Vermieter informieren: In Mietwohnungen bist du in der Regel verpflichtet, Schimmel zu melden.
  • Fachleute hinzuziehen, bei großem Befall oder gesundheitlichen Beschwerden.

Häufige Fragen

Helfen Luftentfeuchter gegen Schimmel?

Luftentfeuchter können in Kellern oder Räumen ohne Fenster sinnvoll sein. In normalen Wohnräumen ersetzen sie das Lüften nicht, weil sie keine frische Luft bringen. Sie können aber eine Ergänzung sein, wenn die Feuchtigkeit trotz Lüften hoch bleibt.

Ist schwarzer Belag in der Dusche immer Schimmel?

Oft ja, besonders in Silikonfugen. Es kann sich aber auch um Schmutz oder Seifenreste handeln. Wenn er sich nicht abwischen lässt und wiederkommt, ist es sehr wahrscheinlich Schimmel.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Beachte bei Reinigungs- und Pflegemitteln immer die Hinweise auf der Verpackung. Regeln zu Fristen, Entsorgung und Behörden unterscheiden sich zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz und teilweise auch zwischen Gemeinden.